Baby in’s Bett bringen – sechs Tipps

Ich habe mich schon oft gefragt, wie andere Eltern ihr Baby abends ins Bett bringen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil unser Babyfrost beim Thema Einschlafen nicht gerade ein Anfängerbaby ist. Warum tut sich mein Baby mit dem Einschlafen schwer? Mittlerweile haben wir acht Monate Erfahrung mit dem Zubettgehen und ich möchte ein wenig berichten.

Man liest ja immer überall, wie wichtig Rituale sind. Natürlich muss so ein kleiner Mensch sich an irgendetwas orientieren. Kleine Rituale entstehen von selbst, da muss man eigentlich gar nichts groß planen oder kreativ werden. Wir cremen zum Beispiel ein, während der Gute-Nacht-Vogel “guten Abend, gut Nacht” trällert. Danach folgt in etwa: Kuscheln, Stillen, Kuscheln, Stillen, Schlafen.

Meistens ist das so. Manchmal nicht. Vorzugsweise dann, wenn die Eltern selbst einen riesen Hunger haben. Dann dauert es drei mal so lange. Logisch. Deshalb Tipp Nummer eins: Esse. Vorher. Viel. Man weiß ja nie.

Baby_Schlaf_Frost

Aber wir waren beim Ritual. Ich finde das wird überbetont. Klar sind wiederkehrende Anker wichtig fürs Baby, aber jeder Tag ist einzigartig. Wenn da mal etwas anders läuft, who cares. Minifrost ist manchmal plötzlich zu müde für ihr Ritual. Manchmal länger wach als sonst. Und manchmal läuft’s super und sie schläft ratzfatz. Deshalb Tipp Nummer zwei: Immer schön locker bleiben was das Abendritual betrifft und gegebenenfalls umdisponieren.

Befragt man andere Eltern zu dem Thema, staune ich manchmal Bauklötze und habe ein großes Fragezeichen vor der Stirn. Wie machen die das nur? Eine Freundin legt ihr Baby ins Bett und sitzt fünf Minuten daneben. Dann schläft es. In seinem Bett. In seinem Zimmer. Daraus leite ich Folgendes ab. Tipp Nummer drei: Keine anderen Leute fragen. Ist nämlich schnurz-piep-egal wie das bei denen klappt. Da kann man sich sowieso nichts abgucken, weil jede Eltern-Baby Konstellation einzigartig ist.

Ist das kleine Menschlein erst einmal eingeschlafen, beginnt der entspannte Teil des Abends. Alles, was man tagsüber nicht geschafft hat, wird in die folgenden zwei Stunden gequetscht. In Rekordzeit Haushalt, Papierkram, Blog, Sport erledigen. Kann man machen. Muss man aber nicht. Ich setze jetzt noch stärker Prioritäten als vorher. Manchmal ist die Priorität Netflix vor Haushalt. Und das ist gut so. Alles geht nicht, auch wenn es online manchmal so aussieht, als ob bei Bloggerin XY doch alles gleichzeitig geht. Sich davon so gut es geht freimachen ist Tipp Nummer vier.

Wacht das Baby zwischendurch auf, muss es schnellstmöglich zum weiterschlafen bewegt werden. Meine Hebamme hat mich gewarnt: “Bloß kein Einschlafstillen! Das arme Kind lernt doch nie alleine einzuschlafen!” Es ist aber so, dass ich das erstens nicht glaube und zweitens dieser Tipp für uns völlig impraktikabel ist. Schlaf hat Priorität. Das trägt zur allgemeinen Laune am nächsten Tag wesentlich bei. Mein Tipp Nummer fünf: Höre auf dein Bauchgefühl (und Schlafbedürfnis) und finde euren eigenen Weg. Man muss nicht jeden guten Rat befolgen.

In dem Moment wo man denkt “Jetzt läuft es super! Wir haben endlich einen Rhythmus!” Kann man davon ausgehen, dass sich alles einmal ins Gegenteil umkehrt. So in dieser Woche hier für euch getestet. Ein Entwicklungsschub plus Zähne haben uns alle um den Schlaf gebracht. Kennt ihr das wenn man total übermüdet googelt: “Hilfe, mein Baby kann nachts nicht mehr schlafen” und befreundete Mütter theatralisch um Rat fragt. Dabei weiß man eigentlich vorher schon, dass nichts helfen wird außer Geduld. Aber man kann’s ja mal versuchen. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Tipp Nummer sechs ist eine Aufmunterung: anderen Eltern geht es auch so. :-)

Lettering_Schlaf_Kindlein_V3

Das war also mein erster Blogpost zum Thema Baby – hat Spaß gemacht. :-) Das wird es jetzt ab und zu mal geben. Natürlich neben meinen klassischen Themen wie Rezepte, DIY und Wohnen. Ich verfolge etwas alternative Blogs wie “geborgen wachsen” mit Interesse und versuche die Dinge nicht zu verbissen zu sehen. Ich weiß, dass Babyfragen oft sehr hart diskutiert werden. Mit dem Unterton: “Nur so, wie ich es mit meinen Kindern mache, ist es richtig.” Da möchte ich mich ausdrücklich von distanzieren. Ich denke, dass für jede Familie ein anderer Weg richtig ist und das ist gut so. Das hier ist unser Weg. 

Ich freue mich über Austausch mit Mama-Bloggern. Schönes Wochenende! PS: Das mit dem Lettering abfotografieren übe ich noch. Es hat leider Qualität eingebußt. Wobei das etwas wackelige auch ich bin. Die dünnen Aufstriche sind so schwierig. :-) Ich trainiere gerade fleißig mit den Hand- und Brush-Lettering Guides von Frau Hölle Studio. Mehr dazu demnächst.

3 thoughts on “Baby in’s Bett bringen – sechs Tipps

  1. Liebe Clara, vielen Dank für diesen humorvollen Einblick ;-) ich kann das alles so unterschreiben! Und das Lettering ist der Wahnsinn!! Ich lese seit drei Jahren bei dir mit und freue mich total, dass du auch einen Teil zum Muddiversum beiträgst, bloggen tue ich (noch) nicht, aber vielleicht wollen wir Instagram in Kontakt bleiben? Das fühlt sich jetzt ein wenig so an, als wäre ich wieder 13 und einen Zettel übergeben auf dem steht “willst du mit mir gehen?” :D
    Liebste Grüße, Doro aka @dorowilhelmson

  2. Liebe Clara,

    ich geb’s zu – im ersten Moment dachte ich, och nööö, nicht noch jemand, der den ultimativen/supertollen/megageheimen Trick auf Lager hat, der total toll für ihr eigenes Kind passt… aber schätzungsweise überhaupt nicht zu meinem. Aber dann – HERRLICH! Lange nicht mehr so viel gleichzeitig gegrinst und mit dem Kopf genickt. Ich glaube fest daran, dass bei kaum einem anderen Kinderthema so viel gelogen wird wie beim Schlaf. Als wenn das die eine goldene Elterndisziplin ist, bei der man “es” entweder richtig macht oder der Totalversager ist. So ein Bullshit. Zum Glück habe ich herrlich ehrliche Freundinnen und weiß, dass es auch bei anderen alles andere als ein friedliches Ins-Bett-Gehen ist. Wobei ich mich oft dabei ertappe, auch Halb-Wahrheiten zu erzählen, aber das dann eher bei Leuten, mir denen ich da keine Diskussion drüber führen möchte. Großtanten, (Schwieger-)Eltern, Kinderarzt… übrigens glaube ich auch, dass es 75% aller Eltern beim Kinderarzt bei der Frage nach dem Schlaf auch nicht so genau nehmen mit der Wahrheit und eher beschönigen. So kommen wahrscheinlich die seltsamen Vorstellungen zustande, die Kinderärzte in Bezug auf Baby-Schlaf von sich geben.
    Bei uns gilt: Was für alle am einfachsten ist und den meisten Schlaf für alle ergibt.

    Liebe Grüße!
    Katharina

  3. Liebe Dorle, danke für deinen lieben Kommentar. Hier gab es wieder große Freude darüber. Na klar will ich mit dir gehen! :D Herzliche Grüße, Clara

    Liebe Katharina, das freut mich total, dass du den Post gerne gelesen hast und das auch so siehst. Wir Mütter müssen doch zusammenhalten!! :) Oh ja, manchmal halte ich mich auch zurück mit bestimmten Details, um Diskussionen zu vermeiden. Ich sag nur: Familienbett. Das verträgt einfach nicht jeder zu hören. :D Mein Kinderarzt hat mich noch nie zum Thema Schlaf befragt fällt mir gerade auf. Hmmm. Liebe Grüße und gute Nacht (mit allerbestem Schlaf ;) wünsche ich!

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