Fasten // Warum ich die Fastenzeit genieße

Letzten Mittwoch hat die Fastenzeit begonnen. Heute möchte ich euch erzählen, warum das für mich eine besondere Zeit ist. In den kommenden 40 Tagen bis Ostern nehme ich Abstand von zwei Dingen und halte euch auf dem laufenden, wie es mir damit geht. Fastet ihr auch? Wenn ja womit?

Meine Nummer Eins ist der Fasten-Klassiker Süßigkeiten. Das mache ich nun schon ein paar Jahre so – bisher immer “nur” mit Schokolade, dieses Jahr mit Süßigkeiten im allgemeinen. Eine sehr gute Freundin hat das schon in der Schulzeit jedes Jahr gemacht und ich habe es irgendwann auch für mich entdeckt. Die Reaktionen sind sehr unterschiedlich wenn ich das jemandem erzähle – von “ach, das ist ja nicht so schwer” bis “oh Gott – und du lebst noch?!” – je nach individuellem Schokoholic-Grad. ;-) Um ehrlich zu sein finde ich, dass es richtig gut tut mal auf Süßes zu verzichten. In der ersten Woche ist der Heißhunger noch groß (vor allem wenn man vorher gerne jeden Nachmittag Schokolade verzehrt hat). Der Heißhunger lässt aber tatsächlich ab der zweiten Woche nach! Dann ist der Süßigkeiten-Verzicht nicht mehr so ein großes Ding – man gewöhnt sich daran. Und ich bin jetzt schon stolz darauf, dass ich das durchziehe. Ich glaube fest daran, dass es Kräfte freisetzt, wenn man Gewohnheitsmuster zeitweise ablegt und sich selbst zeigt, dass man auch ohne sehr gut kann.

Apropos Gewohnheitsmuster, da komme ich gleich zu Kandidat Nummer Zwei. Dieses Jahr das erste Mal auf meinem Fasten-Plan: Facebook. Ich habe in letzter Zeit immer wieder darüber nachgedacht, dass das ein unglaublicher Zeitfresser in meinem Alltag ist. Fast schon eine Sucht. Handy an – Facebook checken. Und dann habe ich mir folgende Frage gestellt: Verpasse ich überhaupt etwas Wichtiges, wenn ich mal sieben Wochen nicht in die Timeline schaue? Das teste ich jetzt. Auch meine Blogposts werden nicht bei Facebook gefeatured – nicht wundern.

Berge im Schnee

Kleine Info zur Fastenzeit: Die christliche Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch und endet am Karsamstag. Es ist eine Zeit, in der man bewusster lebt und Gewohnheiten hinterfragt. Das Thema finde ich gerade in der heutigen Konsumgesellschaft sehr aktuell. Genuss- und Konsumverhalten werden auf die Probe gestellt, um den eigenen Horizont zu erweitern.

Nach den ersten fünf Tagen der Fastenzeit kann ich schon sagen, dass ich mich sehr gut mit beiden Entscheidungen fühle. Ich breche mit Gewohnheiten, die mich eigentlich sowieso genervt haben. Ich nehme Abstand und hoffe, dass ich auch nach Karsamstag etwas mitnehmen werde in meinen neuen Alltag. Dieses Jahr habe ich mich tatsächlich besonders auf die Fastenzeit gefreut. Durch den Umzug nächstes Wochenende beginnt für mich etwas Neues. Ist es zu glauben, dass Albert und ich in 6,5 Jahren Beziehung jetzt in unsere fünfte gemeinsam Wohnung ziehen? Ok, zwei davon waren WGs und einmal sind wir nur eine Etage höher gezogen. Aber nächstes Wochenende beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ich ziehe endlich in eine Wohnung, in der ich mich wohl fühle. Erstens, weil Albert immer da ist und die Fernbeziehung ein Ende hat. Zweitens, weil ich jetzt eine richtige Küche habe. Das Honigkuchenpferd lässt grüßen!

Die Fastenzeit fällt also mit einer großen, schönen Veränderung zusammen. Die gewohnte Ordnung muss jetzt neu sortiert werden und ich möchte Dinge, die mich sowieso stören und wo ich mir selbst im Weg stehe, nicht wieder in meinen neuen Lebensabschnitt integrieren. Das heißt nicht, dass ich nie wieder Schokolade esse und Facebook nutze, aber dass ich meinen Horizont im Umgang mit den Dingen erweitern möchte. Und dass ich ganz genau weiß: Ich kann auch ohne!

8 thoughts on “Fasten // Warum ich die Fastenzeit genieße

  1. Liebe Clara,
    ich finde vor allem den 2.Vorsatz mit Facebook sehr toll. Ich faste dieses Jahr auch zum ersten mal alle Süßigkeiten, davor war es “nur” Schokolade. Für mich auch schon schwer, aber ich versuche es dieses Jahr auf jeden Fall. Außerdem sind Joghurts (solange es keine Puddings oder sonstige “Dessertersatz”-Dinge sind) erlaubt und Obst sowieso.
    Aber ab und zu finde ich es spannend und wichtig, sich selbst herauszufordern und bewusst auf Dinge zu verzichten, da ist die Fastenzeit perfekt. Außerdem freut man sich doch dann umso mehr auf einen richtigen Sonntagskuchen zu Ostern, oder? ;)
    Bin gespannt wie es dir (und auch mir :D) mit den Vorsätzen ergeht.
    GLG
    Charlotte

  2. Oh wie schön! Ich wünsche Euch eine ganz ganz tolle Zeit in Eurer neuen Wohnung mit Küche! Das wird bestimmt ein Spaß! : )
    Und: in diesem Jahr faste ich zum allerersten mal. Keine Schoki. Und weitesgehend kein Alkohol. Na mal sehen, was das wird. : )
    Viele liebe Grüße! Julika

  3. Hi Clara,
    ich finde es auch klasse, dass du das durchziehst! Habe mich dieses Jahr auch noch mal zum Fasten durchgerungen und beschlossen, in den sieben Wochen keinen Alkohol zu trinken. Ich habe auch überlegt, während dieser 40 Tage zwar nicht auf Facebook, dafür aber auf mein Handy zu verzichten und muss gestehen, dass ich mich nicht getraut habe. Denn außer whatsapp und Facebook nutzt man ja doch auch viele andere Apps im Alltag (Busfahrplan, Handyticket, Chefkoch). Allerdings habe ich mir vorgenommen, das Handy nicht mehr ständig als 2nd Screen in die Hand zu nehmen, sondern mich einfach selbst auf die eine Sache, die ich gerade tue oder sehe zu konzentrieren. Eigentlich schlimm, dass man sich so etwas bewusst vornehmen muss…

  4. Hallo Clara,
    Schön, mal wieder etwas von dir zu lesen. Deine Gedanken zur Fastenzeit haben mir sehr gut gefallen. :) Ich wünsche dir die Willensstärke, es bis Ostern durch zu ziehen.

    LG
    Nika

  5. @ Charlotte: Joghurts und Obst finde ich auch völlig ok!! Ich kau auch noch Kaugummi. ;D Ich mache zu Ostern eine kleine Himbeertorte mit Schokotröpfchen im Boden. Aahhh!
    @ Julika: Danke dir und ja das wird auf jeden Fall ein Spaß. :-) Halte durch, voll cool dass du auch fastest!
    @ Nina: Das mit dem Alkohol hab ich auch schon mal gemacht – nach Karneval in Aachen war das einfach nötig. :D Mittlerweile trinke ich so wenig & so selten dass es mir gar nichts ausmachen würde. Oh Gott. Ich bin alt!? :-( Handy finde ich auch schwierig, es ist einfach zu praktisch.
    @ Nika: Danke für deinen Kommentar! <3

  6. Hallo Clara,
    ich bin auch immer wieder über die Reaktionen auf das Fasten überrascht. Zum ersten Mal habe ich 2007 gefastet und auf Süßigkeiten verzichten – das war das Jahr, in dem ich Abi gemacht habe und natürlich genau in der Lernphase. Viele haben mich für verrückt gehalten: “Oh mein Gott, ohne Schoki könnt ich gar nicht lernen!” etc… Fazit: Es lief trotzdem gut! Ich finde es einfach eine gute Möglichkeit, sich von solchen “Abhängigkeiten” loszulösen und seine eigene Willenskraft zu testen. Leben ohne Süßigkeiten, Fleisch, Alkohol, Milchprodukte, Kaffee? Alles möglich und nicht Lebensqualität-einschränkend. Leben ohne Smartphone, Internet, Computer? Das wäre wirklich mal eine Herausforderung! Ich faste dieses Jahr aus Ideenlosigkeit mal wieder Süßigkeiten, aber eigentlich möchte ich gern einmal ein “Hinzufügen-Fasten” machen, z.B. jeden Tag 5 Minuten in Ruhe nachdenken und aufschreiben, was am Tag schönes passiert ist. Vielleicht im nächsten Jahr. ;-(

  7. Das mit dem Fasten habe ich dieses Jahr auch zum ersten mal gemacht – die Zuckersucht ist, würde ich sagen, mein größtes Manko!
    Es hat echt gut getan, aber ich bin auch froh meine geliebte Schokolade wieder zu haben :D Ich werde es definitiv spätestens nächstes Jahr wieder tun!
    Liebe Grüße und alles Gute in der neuen Wohnung,
    Christina

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