Living // Eine kleine Wohnung einrichten

Ich beschäftige mich zur Zeit gedanklich viel damit, wie (sehr) kleine Wohnungen am besten eingerichtet werden. Wir wohnen zur Zeit auf engem Raum und wir ziehen auch demnächst wieder auf engen Raum. Prinzipiell habe ich damit kein Problem und denke, dass ausschlaggebend ist, was man selbst daraus macht. Ich war erstaunt, als ich die m²-Angaben der neuen Wohnung sah – ich hätte sie viel kleiner eingeschätzt! Und wisst ihr, woran das liegt? An der undurchdachten Einrichtung der Vorgänger (Ich hoffe sie lesen nicht meinen Blog ;-).

Mir persönlich war bei unserer Wohnungssuche wichtig, dass die Wohnung hell und die Decken hoch sind. Ich bin ein großer Mensch und fühle mich unter Dachschrägen schnell erdrückt. Aber das ist nur persönliches Empfinden. Ich kenne viele, die eine Dachgeschosswohnung als besonders gemütlich ansehen. Natürlich wohnen wir auch nicht in einem Mauseloch. Um es in Zahlen auszudrücken: Wir haben jetzt übergangsweise 35 m² + ein Badezimmer. Na gut, ich gebe es zu, es ist fast ein Mauseloch – ein Mauseloft vielleicht. :o)

Kleine Wohnungen einrichten TippsHeute geht es los mit Thema 1. Planung

Gute Planung ist immer wichtig, nicht nur bei kleinen Wohnungen. Trotzdem ist gerade in Hinblick auf Punkt 4. Stauraum bei kleinen Wohnungen mit Herausforderungen zu rechnen. Wir möchten keinen Platz verschenken, aber gleichzeitig soll die Wohnung nicht vollgefrachtet wirken. Wir müssen alles irgendwo unterkriegen, wollen aber auch überall gut rankommen. Deshalb müssen wir uns im Vorfeld einige Gedanken  machen.

Der erste Schritt ist natürlich, wer hätte es gedacht, eine Skizze der Wohnung. Messt nicht nur die Wände, sondern auch die Fenster und Türen in ihrer Höhe und Breite. Zeichnet Heizkörper und dicke Fußleisten bzw. -sockel ein.

Tipps zum Einrichten kleiner Wohnungen Skizzen Grundriss

Die zweite Überlegung ist, welche Möbel man schon hat und auch behalten möchte, welche verkauft werden sollen und welche neu angeschafft werden müssen. Um diese Entscheidung zu treffen ist es bei kleinen Wohnungen wichtig, die Möbel auszumessen. Eine große Couch-Landschaft zum Beispiel passt nicht mehr. Ich verkaufe solche Dinge dann bei eBay Kleinanzeigen an Selbstabholer.

Bei geplanten Neuanschaffungen auch unbedingt Maße nehmen und zwar zu Hause und im Möbelhaus. Im großen Möbelhaus wirken Möbel oft kleiner als zu Hause und man kann sich schnell vertun. Ich schreibe mir außerdem ziemlich genau auf, was ich brauche und schaue erst mal bei meinen alten Schätzen nach, ob ich so etwas nicht schon habe bevor ich es kaufe. Ich finde es auch hilfreich, Handyfotos vom Zuhause und von den Möbeln im Geschäft anzufertigen und diese später noch mal in Ruhe durchzugehen und zu überlegen.

Wenn man viel neu anschaffen muss oder will können Moodboards eine Stütze für den Einrichtungsstil sein. Ich habe im Internet nach Fotos gesucht die mir gefallen und im Idealfall clevere Lösungen für kleine Wohnungen zeigen. Beispielsweise werden wir unser Sofa nicht an die Wand stellen, sondern die Bücherregale dahinter platzieren. So ähnlich wie auf diesem Bild aus dem neuen Ikea Katalog:

IKEA Kleine Wohnung einrichten Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.

Man sollte sich bei jeder kleinen Wohnung fragen: Wo hat die Wohnung ein Potenzial um Stauraum zu schaffen? Bei uns ist das, durch 3,45 m hohe Decken, ganz klar indem wir “nach oben bauen“. Das folgende Bild hat mich inspiriert.

IKEA Kleine Wohnung einrichten Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.

Weiße Regale z.B. über der Tür im Schlafzimmer bieten Platz für Dinge, die man selten braucht.

Habt ihr auch eine kleine Wohnung und vielleicht noch einen Tipp für die Planung?
Bildquelle: Inter IKEA Systems B.V.

17 thoughts on “Living // Eine kleine Wohnung einrichten

  1. Liebe Clara,

    ich habe die letzten Stunden damit verbracht deinen Blog zu lesen – ich konnte einfach nicht aufhören. ;) Du hast so viele schöne Ideen und Bilder gesammelt. Auf deine Ideen für kleine Wohnungen bin ich auch gespannt, ich lebe auch in einer kleinen (aber 3,60-Decken-)Wohnung, das mit dem “Hochstapeln” hatten wir eigentlich auch von Anfang an vor, die Umsetzung lässt auf sich warten…
    Ich komme wieder ;)

    LG Vera

  2. Puh, die 35 qm habe ich überlesen… Das ist ja wirklich eine Herausforderung! Ich jammre hier über 70… ;)

  3. PS. Noch ein kleiner Tipp: Zur Raumplanung gibt es auch noch :http://www.roomsketcher.de/ In der free Version kann man Grundrisse anlegen und dann auch Möbel reinstellen. Tapeten, Wandfarben, Bodenbelege ausprobieren und “Fotos” davon machen. 3 D Ansichten sind auch möglich, aber das kostet dann leider etwas. Aber ich fand es wirklich gut.

  4. Hallöchen und guten Morgen,

    ach lustig, da beschäftigen wir uns mit einem ähnlichen Thema. Mein Post dazu wird noch etwas dauern, daher schon mal hier der ein oder andere Gedanke. Ich lebe auf 54 qm, wovon 4 aber der Balkon sind :-) Ok, kein Mauseloch, da ich aber auch einen Arbeitsplatz brauche, auch nicht riesig. Vor allem, weil ich es nicht mag, wenn man den Arbeitsplatz sieht.
    Ich ziehe zwar nicht um, strukturiere aber grad die Wohnung neu. Mir ist es sehr wichtig, in meinem Schlafzimmer nur zu schlafen und nicht zu arbeiten. Also soll der Arbeitsplatz ins Wohnzimmer. Ich habe nun damit angefangen, alle benötigten Utensilien (Stifte, Papiere etc…) im Wohnzimmer zu verstauen. Da ich dort aber keine geschlossenen Schränke habe, war die Frage: wie? Meine vorläuftige Lösung sind hübsche Schachteln, die sich auch großartig als Deko machen und sich geschickt in mein Schwarz-Weiß Thema einfügen…. Eine beeinhaltet Stifte und Co. Eine andere diversen Kleinkram wie Heftklammern und sowas. Meine Papiere werden nach und nach in schlichte weiße Ordner wandern usw. Wie gesagt, Fotos davon demnächst mal… fall Interesse besteht :-)
    Das A und O ist natürlich dann: Ordnung halte. Aber auf so kleinem Raum kennst du das ja eh… sobald es unordentlich wird, wirkt die Wohnung gleich 10 qm kleiner, gg…
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende!
    Lg von Haydee

  5. Liebe Clara,
    ich habe fast mein ganzes Studium über in winzigen WG-Zimmern gewohnt und auch jetzt ist einer der wichtigsten Stauraumplätze immer noch der unter dem Bett. Je nach Bettgröße hat man da bis zu 4qm zusätzlich für Sommerklamotten/ Gästedecke/ Reisetasche/ lästigen Kram. Einfach in schöne Boxen verpacken (z.B. Ikea), dann ist es staubfrei verstaut und schnell wiederzufinden.
    Viel Erfolg :)

  6. das ist bestimmt eine herausforderung… die du aber sicher grandios meistern wirst, da bin ich mir sicher und freu mich schon dir dabei ein bisschen zuzusehen und vor allem auf das endergebnis :) viele liebe grüße julia

  7. Hallo,

    ich (schwanger) stand vor einer ähnlichen Herausforderung: 48 qm für dann 3 Personen…zum Glück ebenfalls mit hohen Altbau-Decken. Wir haben eine riesige L-förmige Couch, die wir beide sehr lieben und die unsere erste gemeinsame Anschaffung war. Die wollten wir unbedingt behalten. Ich wollte unser Schlafzimmer auflösen und dafür einen Kinderbereich und eine “Ankleide” mit unseren Kleiderschränken schaffen (Schlauchzimmer! Aaaaargh!) Dafür müssten wir im Wohnzimmer übernachten, essen und arbeiten können… Ich habe zuerst an ein Hochbett gedacht, da ich das schon mal hatte. Mit Baby hätte ich allerdings keine Lust auf Leiter klettern gehabt, also hab ich umgedacht und ein Podest mit ausfahrbarem Bett (140×200) geplant, auf dem die Couch stehen kann. Nachdem ich mit den Online-Planern nicht zurechtkam, habe ich alles old school mit Millimeterpapier geplant und es dann von einem Zimmermann bauen lassen. Es ist ganz toll geworden, alles hat gepasst (!) und wir haben sogar noch zusätzliche Sitzplätze durch das Podest gewonnen (52 cm) gewonnen. Nun ist so gut wie jeder Zentimeter genutzt und das Baby kann kommen…

    Viel Spaß bei den Planungen und beim “quer denken”. :)

  8. Hallo Clara,

    zur Raumplanung empfehle ich den p.con-planner (http://pcon-planner.com/de/home.html). Es ist zwar im Anlegen der Räume und der Möbel etwas umständlicher, als eine Handzeichnung – aber man hat halt auch ein paar Vorteile, die eben nur eine Computersoftware bieten kann – z.B. nachträgliches Korrigieren der Maße.

    Als platzsparende und stauraumschaffende Möglichkeit für das Schlafzimmer bieten sich Betten mit Bettschubkästen (im Fachjargon auch gerne “Rollbettkästen” oder “Sockelschubkästen” genannt) an. Oder auch ganz “klassisch” eine so genannte “Bettbrücke”, wo ein Teil des Schrankes über dem Bettkopf entlang läuft. Das ist aber heutzutage nicht mehr so wirklich en vogue.

    Um Kleiderschränke “nach oben” zu erweitern, gibt es für manche Modelle “Schrankaufsätze” – das sind meistens im Grunde eine passend zum Schrank gebaute Kommode mit Türen (statt Schubkästen), die oben drauf gesetzt werden.

    Ausserdem empfehle ich die Suche nach Schranksystemen – hier gibt es viele Möglichkeiten, den Schrank auch für kleine Wohnungen individuell anzupassen und so den wenigen Platz möglichst effizient zu nutzen. Schranksysteme kann man eigentlich immer in der Höhe und Breite zentimetergenau anpassen, über Eck bauen und auch für Dachschrägen o.ä. maßanfertigen Lassen.

    Vielleicht muss es aber auch gar kein richtiger Schrank sein, sondern ein Regal- bzw. “Wangensystem” tut es auch. Die sind eigentlich für Ankleidezimmer gedacht, aber ich denke gerade bei einer kleinen Wohnung lässt eine solche Lösung optisch mehr “Freiraum”.

    Aber egal wofür ihr euch entscheidet, wenn ihr euren Stauraum wirklich nach oben baut und die 3,60m Raumhöhe nutzen wollt, dann gebt acht auf der Leiter :-)

  9. Hihi, ja die Leiter…
    Das Haus in das wir ziehen ist von 1890 und ich glaube die Leiter, die wir im Keller gefunden haben, auch. :D
    Aus morschem Holz, ich hatte schon so einige Schweißausbrüche da oben. ;)
    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort!
    Ganz liebe Grüße
    Clara

  10. Hallo Clara,
    ich wohne zwar in einer relativ großen Wohnung, dafür aber mit Dachschrägen. Lange wollen wir hier nicht mehr bleiben (aber nicht wegen der Wohnung an sich, sondern wegen der Nachbarn, haha). Und im Kopf planen wir schon die ganze Zeit, wie die neue Wohnung sein soll. Die Idee mit dem Büchrregal hinter dem Sofa finde ich grandios! Das sieht ja auch schick aus und ist nicht einfach nur eine Platzsparmaßnahme. Das Bild habe ich mal direkt auf einem pinterest-Board für Wohnungseinrichtungsinspirationen festgehalten ;) Danke für den Anstoß!
    Liebe Grüße
    Julia

  11. Liebe Nana,

    vielen Dank für die Empfehlung! Es freut mich, dass dir unser Raumplaner gefällt. Hoffentlich kann er dich in der aufregenden Zeit des Hausbaus unterstützen! Und an Clara ebenfalls Danke! =)

    Viele liebe Grüße
    Franziska

  12. “Weiße Regale z.B. über der Tür im Schlafzimmer bieten Platz für Dinge, die man selten braucht.”

    Warum nur über der Tür oder im Schlafzimmer? Ich habe auf der Höhe im Flur ringsherum Regale und dort Bücher platziert. Sieht gut aus und mit dem Hocker, den ich sonst auch im Flur stehen habe, komme ich auch schnell dran.

  13. Deshalb ja das “z.B.” :) Natürlich kann man überall hohe Regale anbringen um Stauraum zu schaffen. Das mit den Bücherregalen im Flur kann ich mir sehr gut vorstellen! Liebe Grüße, Clara

  14. Tolle tipps! Bin gerade auch am umgestalten, da helfen kleine Inspirationen einem sehr! <3

  15. Ich finde schon seit langem die Idee eines Podestbettes schick. Bei so hohen Wänden kann man sich ein Podest ins Wohnzimmer bauen, z.B. wo das Sofa darauf steht und unter dem Podest ist in einer Art “Schublade” das Bett versteckt. Der Raum muss dann halt mindestens doppelt so breit sein wie das Bett. Wobei ein Hochbett bei dieser Raumhöhe mit eventuellem Kleideraufbewahrungssystem auch ganz hervorragend funktionieren würde.

  16. Hallo, in einem meiner letzten Beiträge habe ich ein paar Hinweise zu den Grundlagen der Raumgestaltung gegeben. Vielleicht findest Du da ja noch ein paar praktische Tipps für Dein Projekt. Weiterhin viel Freude beim Gestalten! Liebe Grüße

  17. Ja, was in so eine kleine Wohnung alles reinpasst, merkt man erst, wenn mal wieder umzieht. Man wundert sich dann immer, wo das alles herkommt und wie viel man doch hat.

    Aber stimmt, es ist eine Frage der Organisation und wie immer, geht alles im Leben, wenn man will :-)

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