Über das Leben mit einem kleinen Kind

Ich mache momentan jeden Tag Spaziergänge mit unserer kleine Madame und genieße das Herbstwetter. Dabei ist mir klar geworden wie dankbar ich bin, dass ich mir ein ganzes Jahr für mein Baby nehmen kann. Bei allem was immer gemeckert wird – ein Jahr Elternzeit und Elterngeld zu haben ist eine tolle Sache. Ich genieße die Zeit in vollen Zügen und möchte heute ein paar Zeilen dazu schreiben wie ich das so empfinde. Als Mama.

Clara_Frost_mit_Baby

Hui, diesen Text habe ich jetzt zwei Mal angefangen. Es ist gar nicht so einfach über das Mamasein zu schreiben. Ich möchte nämlich weder, dass alles ausschließlich wie Friede-Freude-Eierkuchen herüberkommt. Das ist es nicht. Aber ich möchte auch nicht, dass es allzu angestrengt klingt. Wie alles im Leben hat das Mamasein seine Höhen und Tiefen. Das Leben mit unserem Babyfrost ist ein großes Geschenk. Und witziges Abenteuer. Und riesiges Glück. Und natürlich manchmal auch eine Herausforderung. Ich berichte heute darüber, wie ich damit umgehe und hoffe andere Mamas damit zu inspirieren.

Das Leben mit einem Baby oder Kleinkind ist intensiv. Sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung. Ganz großes Glück und ganz große Erschöpfung liegen manchmal nah beieinander. Dabei kann ich mit meinem Kind die allerschönste Zeit haben. Oder die aller-anstrengendste. Ich habe mittlerweile festgestellt: Das entscheide ich selbst. Indem ich lerne, manche Dinge gelassener zu sehen. Daran musste ich mich zunächst oft selbst erinnern, aber mittlerweile funktioniert es immer besser.

Wir haben alle unsere To-Dos. Ich habe immer gerne geplant: Listen abgehakt, alles schön zack-zack. Dabei war ich relativ ungeduldig. Wenn Dinge zu viel Zeit brauchten, hat mich das manchmal nervös gemacht. Kennt ihr noch die StudiVZ Gruppe “Ich hasse Langsam-Latscher und Im-Weg-Rumsteher”? Daran musste ich gerade denken, das drückt nämlich das Lebensgefühl ganz gut aus. Oh Mann… eine StudiVZ Gruppe! ;-) Ich bin alt. Jedenfalls finde ich das nach wie vor sehr befriedigend: Was schaffen und dabei schnell sein.

Ich plane immer noch gerne, aber unter anderen Voraussetzungen. Und die sind genau so schön und befriedigend wie die vorher. Nur eben anders. Ein Kind hat einen eigenen Rythmus. Wenn das Baby getragen werden möchte, dann will es jetzt auf den Arm. Punkt. Wenn es am Bein klebt und scheinbar alles verhindert was ich gerade machen wollte, dann ist das so. Punkt. Eine Mami hat zwei Möglichkeiten damit umzugehen. Erstens, in Stress verfallen, weil ich nicht das geschafft bekomme was ich schaffen möchte. Oder zweitens, sich auf das Kind einlassen und den Moment so genießen wie er ist. Es ist eine bewusste Entscheidung die allerschönste Zeit mit dem Baby zu haben.

Ein Baby macht das Leben nicht plötzlich wunderschön wenn ich das vorher nicht schon so empfunden habe. Auch macht ein Baby das Leben nicht plötzlich total anstrengend und fremdbestimmt, wenn ich nicht vorher schon solche Gedanken hatte. Ein Baby ist einfach da und lebt völlig im Moment. Das ist wunderschön, aber auch intensiv. Da bin ich auch mal erschöpft, das bleibt nicht aus. Meiner Erfahrung nach lässt sich das aber reduzieren, indem ich manchen Dingen weniger Gewicht gebe und manche Gedanken einfach nicht zulasse. Anpassungsfähiger werde an die Situation. Gedanken wie: “Ich wollte doch noch dies und jenes machen und jetzt klappt das nicht, weil das Baby schlecht drauf ist.” Oder: “Bei meiner Nachbarin läuft das so und so, wieso funktioniert das bei uns nicht?” – Direkt aus dem Repertoire streichen, das führt zu nichts. Immer daran denken auf das Schöne und das Jetzt zu fokussieren. Ich lege meinen Fokus darauf, dass das Leben mit einem kleinen Kind witzig, aufregend, herausfordernd, erfüllt, kreativ und voller Liebe ist. Und dann wird es so sein, weil das Kind nämlich genau das alles mitbringt!

Entscheide dich bewusst dafür, die allerschönste Zeit mit deinem Kind zu haben. Dann wird es so sein.

Life is good // Eine kleine Aufmunterung

Lange habe ich nachgedacht über diesen Post – schreiben, oder nicht schreiben? Da ich beschlossen habe, in Zukunft stärker auf mein Bauchgefühl zu hören lest ihr jetzt diese Zeilen. :-) Vielleicht ist euch aufgefallen, dass ich in letzter Zeit weniger gebloggt habe. Gut beobachtet. Hallo, mein Name ist Clara und mein Leben ist gerade kompliziert. Kompliziert? Ja, aber das auszubreiten gehört hier nicht hin. Hier gehören schöne Dinge hin. Hier dürft ihr euch zurücklehnen und euch von meinen Ideen und Bildern inspirieren lassen. Das ist meine Intention! Denn ihr habt genauso euer Päckchen voller großer und kleiner Alltagsprobleme zu tragen. Hier ist wohlfühlen angesagt!

Heute habe ich mehrere Texte gelesen, die mich zum Nachdenken gebracht haben. Und dann dachte ich: Vielleicht geht es dir ja gerade wie mir und du fühlst dich, als seist du überhaupt nicht ausgerüstet für den Berg auf den du klettern möchtest. Wo sind die Bergsteigerstiefel? Warum bin ich in Flipflops unterwegs? Es gibt so Phasen im Leben, da muss man erst einmal durch ein Tal, um wieder auf einen Berg zu klettern. Und wenn man dann auch noch die Nordseite erklimmt, kann es manchmal eine Weile dauern bis man die Sonne wieder sieht…

Berge im Winter Allgäu Krün

Keine Sorge, ich möchte keinen Ratgeber-Post schreiben und ich möchte erst recht keine negativen Gedanken hier abladen. Dazu ist man immer so verleitet, oder? Ich habe für mich festgestellt, dass allein das Formulieren solcher Gedanken (im Kopf, auf Papier oder mündlich) Probleme direkt vergrößert. Ich möchte deshalb heute ein paar positive Gedanken loswerden und vielleicht kann ich dich damit auch ein bisschen inspirieren. Also mach dir einen Kaffee oder einen Tee und lass die folgenden Gedanken auf dich wirken.

Kaffee in Berlin Bilder Ashley Ludäscher

Den schönen Seiten im Leben (wieder) mehr Raum geben. Es ist wichtig, bewusst darauf achten und etwas dafür zu tun, dass du dich wohl fühlst. Du kannst nicht von anderen erwarten, dass sie etwas dafür tun dass du dich wohl fühlst.
Ich schreibe zum Beispiel diesen Blog, weil ich das gerne mache, weil ich tolle Menschen dadurch kennen lerne, weil ich dir etwas geben möchte (Inspiration, Motivation, Freude). Wenn ich mich dazu zwinge(n muss), läuft etwas falsch. Nur wenn ich den schönen Seiten in meinem Leben bewusst Raum gebe und das Ganze dann hier verarbeite, kann der Funke auch zu dir überspringen.

Dinge lockerer angehen, Druck rausnehmen. Die Leistungsgesellschaft einfach mal ganz bewusst links liegen lassen. Nicht im Sinne von „Ich setz’ mich jetzt hin und tue gar nichts“, sondern im Sinne von „Es ist vollkommen gut und ausreichend was ich mache!“
Wenn ich manchmal andere Blogs lese und mir denke: „wow, was für Bilder, was für Ideen, was für ein Text“ kann daraus schon mal eine Lähmung resultieren. Eine Lähmung à la „meins ist nicht so toll, dann kann ich es auch gleich lassen.“ Aber weißt du was? Alles was du gerne und mit Herzblut machst wird gut!

Achtsamkeit im Alltag. Es gibt viele Momente, in denen ich einfach nicht richtig präsent bin bei dem was ich mache. Kennst du das auch? Dinge, die einem als Zeitverschwendung erscheinen, auf die man deshalb keine Lust hat und sie Folge dessen mit wenig Achtsamkeit und möglichst zack-zack erledigt. Genau diesen Dingen möchte ich mehr Aufmerksamkeit schenken. Auch bei ganz kleinen Aufgaben präsenter und achtsamer sein.

Kleid Berlin Freude Bild von Ashley Ludäscher

Eine Bekannte schreibt seit kurzer Zeit einen Blog namens Generation Why Not. Darin geht es um die Eigenarten, Fragen und Herausforderungen der Generation Y. Sie schreibt: „In meinem Blog beschäftige ich mich mit neuen Wertvorstellungen, Veränderungen in der Arbeitswelt, Trends und Modeströmungen und natürlich mit der Faszination der unendlichen Möglichkeiten des Internets.“ Das finde ich als 87er-Jahrgang sehr spannend und ich hab mich auch schon wiederentdeckt in ihren Kolumnen.

Natürlich bleibt mein Blog weiterhin ein Inspirationsblog mit den gewohnten Themen. Hier geht es jetzt auch direkt mit etwas Kreativem weiter. Es tut aber auch gut, mal etwas andere Gedanken runter zu schreiben. Im Grunde haben diese Gedanken ja auch direkt etwas mit dem Blog und mit euch zu tun. Die Kreativität und Lebensfreude die ich weitergeben will, muss ich ja auch irgendwie aufbringen. Jeder Mensch muss jeden Tag so viel Kreativität und Kraft aufbringen. Deshalb wünsche ich dir, dass du Wege findest die Berge und Täler, die dich persönlich gerade beschäftigen zu bewältigen. Vielleicht helfen meine Gedanken dabei ein wenig. Vielleicht hast du noch eigene Gedanken dazu? Lass es mich wissen wenn du magst.

Die letzten beiden Bilder: Ashley Ludaescher