München und Gedanken zum bloggen

Mein Umzug ist geschafft und ich bin super happy in München angekommen. Die Stadt hat mir bisher wirklich Glück gebracht. Vor einem halben Jahr hätte ich nie gedacht nach München zu gehen… aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. :-) Fotobeweis:

Clara OnLine  in München

Das Verhältnis von Bier und Brezel stimmt irgendwie nicht so ganz gebe ich zu. Mittags um ein Uhr bei 30 Grad im Schatten eine ganze Maß zu trinken wäre aber vermutlich mein Ende gewesen. ;-) Der Viktualienmarkt ist ein Paradies für Foodies, da wird es mich noch öfter hinziehen – auf der Suche nach aussergewöhnlichen Zutaten.

Vielleicht habt ihr euch schon gefragt, warum es hier gerade etwas ruhig ist? Ehrlich gesagt frage ich mich das selbst… und ich glaube es hat verschiedene Gründe. Dieses Jahr war und ist aussergewöhnlich für mich. Das Studienende, die nicht so einfache Jobsuche und zwei Umzüge haben meinen Alltag und meine Gefühlswelt etwas durcheinander gebracht. Gleichzeitig konnte ich aber auch Ballast abwerfen: Bei den Umzügen habe ich viele Dinge aussortiert und allgemein hatte ich Zeit nachzudenken. Das hat gut getan. Ich hoffe aber jetzt, dass ich durch einen geregelten Tagesablauf meine Balance wieder finde. Eine erste wichtige Voraussetzung dafür ist geschaffen: Ich habe eine Knaller-Wohnung gefunden. :-)

Manchmal habe ich angesetzt etwas zu bloggen, wurde dann aber von meinem eigenen Perfektionismus ausgebremst. Ich habe so hohe Ansprüche an das was ich hier mache (die sich natürlich auch aus den supertollen Blogs ergeben, die ich lese), dass es mich manchmal lähmt. Bei vielen Bloggern habe ich schon von ähnlichen Gedanken und Gefühlen gelesen: “Ach, das gab es doch alles schon mal irgendwie + irgendwo in superschön, wieso soll gerade ich da jetzt noch einmal einen Artikel drüber verfassen?” Dazu kommt, das hört sich vielleicht etwas komisch an, dass ich mich von der Blogosphäre und dem Drumherum manchmal etwas überfordert fühlte. Ich bin als Bloggerin seit über anderthalb Jahren und als Blogleserin seit über sechs Jahren aktiv dabei. Durch all die Kanäle die noch zu den Blogs dazukommen (Facebook, Instagram, Twitter, Pinterest, …) hat sich eine unüberschaubare Anzahl an Followern und Bekannten angesammelt… Und so habe ich manchmal das Gefühl, ich scanne und überfliege extrem viele Inhalte jeden Tag, aber kann mich auf einzelne Dinge gar nicht mehr richtig einlassen. Neulich hatte ich eine Diskussion mit einer Bekannten, die Lehrerin ist. Sie beobachtet, wie die Schüler sich immer schlechter auf lange Texte konzentrieren können. Wenn ich mein eigenes Mediennutzungsverhalten analysiere, kann ich mir wohl denken woher das kommt. Wie schnellebig kann die Onlinewelt noch werden? Momentan arbeite ich daran, meine Onlineinhalte besser zu strukturieren. Aber das ist wirklich schwierig! Und ich weiß, dass es vielen von euch auch so geht. Oft habe ich schon gelesen: “Ich habe rigoros aussortiert und meine Leseliste gekürzt.” – Gibt es zu viele (gute) Blogs?

Als ich neulich mit meinem Vater darüber gesprochen habe, warum hier gerade so wenig los ist und ihm das lang und breit zu erklären versuchte, meinte er nur: “Ach, das ist doch unprofessionell.” Und dann dachte ich: ja, das bringt es auf den Punkt! Während ich das Problem “kaputtdenke” und sentimental vor mich hin philosophiere passiert….. nichts! Genau.

Vielleicht hast du gerade auch ein Thema, das dich beschäftigt, vielleicht läuft etwas nicht ganz so wie du es dir wünschst und du denkst viel darüber nach. Nachdenken ist sicherlich wichtig, aber verfalle nicht ins grübeln. Ab einem bestimmten Punkt ist es das Beste zu sagen: “Scheiß drauf, ich höre jetzt auf nach links und rechts zu gucken und mache mein eigenes Ding.”